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Homeoffice vs. mobiles Arbeiten

Verantwortlicher Autor: Marc Störmer Frankfurt am Main, 06.12.2020, 10:54 Uhr
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Mobilarbeit im ICE
Mobilarbeit im ICE  Bild: Marc Störmer

Frankfurt am Main [ENA] Homeoffice ist nicht gleich Mobilarbeit. Dazwischen gibt es arbeitsrechtlich große Unterschiede, die es zu beachten gibt. In letzter Zeit arbeiten immer mehr Mitarbeiter im Homeoffice oder der Arbeitgeber ermöglicht ihnen die Mobilarbeit. Dabei sind grundlegende Dinge zu beachten.

Um die Infektionszahlen durch Corona in Grenzen zu halten gibt es in der Bevölkerung allgemeine Regeln zu beachten, die sich unmittelbar auf das Arbeiten auswirken. So zum Beispiel muss zeitweise in Büroräumen mit Maske gearbeitet werden, wenn Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Manche Büros sind gar zu klein, um überhaupt mit ganzer personeller Besetzung genutzt werden zu können. Daher hat in der Arbeitswelt ein lösungsorientiertes Umdenken stattgefunden. Arbeitgeber ermöglichen vielen Mitarbeitern mobiles Arbeiten oder gar Homeoffice. Zwischen beiden Möglichkeiten gibt es grundsätzliche, arbeitsrechtliche Unterschiede.

Mobilarbeit

Unter Mobilarbeit versteht man das Arbeiten von Unterwegs, von Zuhause, aus dem Zug, dem Café oder anderen Orten. Der Arbeitgeber schreibt dem Mitarbeiter nicht vor, von wo aus er seiner Tätigkeit nachkommt. Es muss lediglich sicher gestellt sein, dass der Mitarbeiter erreichbar ist und seiner Tätigkeit nachkommt. Arbeitsrechtlich betrachtet findet die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) keine Anwendung. Aber Achtung: andere Vorschriften wie die Unterweisung des Arbeitnehmers nach § 12 Abs. 1 ArbSchG, eine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Abs. 1 ArbSchG, sowie die Betriebssicherheitsverordnung gelten bei Mobilarbeit hingegen ebenfalls. Wenn auch in angepasster Auslegung.

Homeoffice

Besteht zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter eine Vereinbarung auf Homeoffice, greift zusätzlich die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und verpflichtet den Arbeitgeber dem Mitarbeiter den Arbeitsplatz in seinem Zuhause nach dieser Verordnung einzurichten. Dazu zählen unter Anderem ein Schreibtisch, ein sicherer Sitzplatz, die Einrichtung der Beleuchtung an einen Bildschirmarbeitsplatz, Computer, Drucker etc. Grundsätzlich sollte sich jeder Arbeitgeber und Mitarbeiter intensiv über die Rechten und Pflichten der für sie zum Teil neuen Arbeitsmöglichkeiten austauschen um gravierende Verstöße gegen Arbeitsschutzrichtlinien zu vermeiden.

Datenschutz

Der Datenschutz muss in jedem Fall vollumfänglich eingehalten werden. Dafür hat der Arbeitgeber wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Deutlich wird dies gerade beim mobilen Arbeiten. Zu schnell werden am Telefon vertrauliche Informationen ausgetauscht, Strategien besprochen oder der Bildschirm des Laptops ist für alle einsehbar. Für den Bildschirm gibt es spezielle Folien um einen Mindestschutz vor Einblicken zu gewähren. Beim Telefonieren gibt es das nicht. Am Homeoffice Arbeitsplatz kann der Datenschutz deutliche besser eingehalten werden und ist für den Arbeitgeber leichter zu kontrollieren.

Arbeitszeiten

Das Arbeitszeitgesetz regelt die Arbeit- und Ruhezeiten. Eine große Gefahr gegen das Arbeitszeitgesetz zu verstoßen darf nicht außer Acht gelassen werden. Liest ein Mitarbeiter zu später Stunde im Zug noch einmal eine Email hat er bereits gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen und seine Ruhezeit unterbrochen. Dieses kleine Beispiel verdeutlicht. Homeoffice und Mobilarbeit bergen sowohl Vor- als auch Nachteile die unter Umständen gegen Schutzgesetze verstoßen. Ein ständiger, kollektiver Austausch zwischen den Beteiligten sollte daher unbedingt stattfinden.

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